VfL mit zweitem Sieg in Folge
Die deutsche Basketballhochburg Ulm liegt den Regionalliga-Herren des VfL Bensheim derzeit. Nach dem überraschenden Erfolg gegen Ehingen kehrten die Mannen von Coach Christian Roth mit einem 83:79-Arbeitssieg von der Donau zurück und konnten den Abstand zu den Abstiegsplätzen vergrößern.

Nicht ganz so gute Nachrichten gab es am Vormittag kurz vor der Abfahrt nach Ulm. Eric Curth musste sich mit einer starken Erkältung vom Spiel abmelden. Justus Arndt und Jonas Gieseck standen ebenfalls nicht zur Verfügung. Dennoch war man in den VfL-Reihen zuversichtlich, dass man nicht umsonst die weite Reise antritt.
Zwei Freiwürfe von Tilman Isensee und ein Dreier von Johann Roth gaben die Richtung vor, in die das Spiel laufen sollte (5:2). Doch das sehr junge Team von Ulms Coach Tim Roleder wusste sich zu wehren. Insbesondere mit schön herausgespielten Distanzwürfen düpierten sie die Bensheimer Verteidigung und blieben in Schlagdistanz. Mit 25:19 ging der VfL in die erste Viertelpause und konnte direkt nachlegen. Nach 13 Minuten hieß es 31:21 und man wähnte sich auf dem richtigen Weg. Ben Keßler hielt den VfL mit drei Körben in Folge fast allein auf Erfolgskurs. BBU änderte in der Folge das Konzept, verteidigte deutlich aggressiver und suchte vermehrt den Weg unter den Bensheimer Korb, was den Gästen überhaupt nicht schmeckte. Zahlreiche Freiwürfe und ein unkonzentriertes Angriffsspiel kosteten dem VfL die Führung und man musste zur Halbzeit sogar einen Rückstand einbuchen (41:42).

In der Kabine musste man sich taktisch etwas gegen den Korbdrang der Gastgeber überlegen, aber auch die Einstellung zum Teamspiel war zu überdenken. Besonders Tilman Isensee hatte sich einiges vorgenommen und trumpfte nach dem Seitenwechsel offensiv auf. Seine sechs Punkte in Folge hielten sein Team allerdings lediglich in Schlagdistanz. Hatten sich die Südhessen auf das Innenspiel der Ulmer Talente neu eingestellt, antworteten diese mit einem wahren Regen aus Drei-Punkte-Würfen. Im dritten Viertel versenkten sie allein sieben Distanzwürfe. Beim 59:67 zum Ende des dritten Abschnitts sah man beim VfL in viele fragende Gesichter, wie das passieren konnte.

Coach Roth gelang es dann, sein Team auf die richtige Spur zu bringen. Mithilfe von Jeroen Haaf, Russel Drach und Felix Becker, die die Außenschützen nun unter enormen Druck setzten, war man nun in der Defense hellwach. Ein hervorragend aufgelegter Julius Kraus, der immer wieder erfolgreich in die Zone vorstoßen konnte und Topscorer der Partie war, brachte wichtige Bensheimer Punkte auf die Anzeigetafel. Marc Liyanage sorgte für den Ausgleich (69:69). Ulm konnte noch einmal kontern und ging durch den einzigen Dreier im Schlussviertel noch einmal in Führung (75:76). Doch in der Crunchtime war der Druck des VfL für den Nachwuchs des Bundesligisten zu hoch. Aufbauspieler Johann Roth blieb es vorbehalten, mit zwei nervenstark verwandelten Freiwürfen für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Der nach längerer Verletzungspause wieder gut aufgelegte Center Tobias Faller fasste die Leistung seiner Mannschaft entsprechend zusammen: „Wenn wir erwachsen aufgetreten sind, hatten wir klare Vorteile auf beiden Seiten des Feldes, das hätten wir deutlich konsequenter nutzen sollen. Wir müssen aktiver das Spiel gestalten und weniger reagieren“, sieht der Big Man Potenzial, das man bereits am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den ASC Mainz ausschöpfen muss, um gegen einen weiteren Konkurrenten im Mittelfeld der Tabelle bestehen zu können.
Es spielten: Johann Roth (10 Punkte / 1 Dreier), Marc Liyanage (14 / 2), Ben Keßler (10), Julius Kraus (21 / 4), Felix Becker, Niko Anders (8 / 2), Tilman Isensee (14), Russel Drach, Jeroen Haaf (2), Tobias Faller (4).