Der vorzeitige Meister der 1. Regionalliga war am Samstag in Bensheim zu Gast. Mit 72:102 musste sich der heimische VfL den Black Forest Panthers geschlagen geben und konnte sich damit einigermaßen aufrecht aus der Affäre ziehen.

Der VfL war bereits im Vorfeld noch tiefer in die Außenseiterrolle gerutscht als gedacht. Eric Curth konnte sein Team erneut nur von der Seitenlinie unterstützen; Jeroen Haaf war noch nicht wieder fit und Marc Liyanage konnte erst gar nicht zur Partie anreisen.

Leider erwischte es im Spielverlauf zwei weitere Akteure aus der Starting Five. Bereits nach zwei Minuten Spielzeit bekam Johann Roth einen Schlag auf den Unterschenkel, der seinen Einsatz im weiteren Spielverlauf unmöglich machte. Kurz vor Ende der Partie wurde noch Justus Arndt Opfer einer bei dem Spielstand unnötigen Kampfeinlage der Gäste und verletzte sich am Sprunggelenk.

So geriet das Ergebnis des Spiels fast in den Hintergrund. Coach Christian Roth nutzte die Partie, um die Spannung aller Beteiligten hochzuhalten und dem gesamten verbliebenen Kader ausreichend Spielpraxis gegen ein starkes Team zu ermöglichen.

Der VfL kam zu Beginn zwar nicht nah genug an den Korb der Schwenninger, doch aus der Distanz zeigte man sich treffsicher. Mit vier Drei-Punkte-Würfen blieb man nach fünf Minuten Spielzeit zunächst in Schlagdistanz (12:15). Die Gäste machten aber in der Folge kaum noch Fehler und setzten sich  bis zum Ende des ersten Viertels mit 19:33 ab.

In der Folge suchte man beim VfL die richtige Mischung, um den offensivstarken Schwarzwäldern die Lust am Körbewerfen zu nehmen. Das gelang bis zur Halbzeitpause nicht mehr (42:63). Immerhin konnte der VfL selbst offensiv Akzente setzen. Niko Anders, Russel Drach und Tobias Faller sorgten für ausreichend Punkte, aber am defensiven Ende waren die Gastgeber aus verlorenem Posten.

Nach der Pause änderte sich der Spielcharakter etwas. In den Bensheimer Reihen hatte man offensichtlich verstanden, dass es bei gleichbleibender Abwehrleistung leicht zu einem Debakel kommen könnte. Nun gelang es, den Wirkungskreis der Panthers etwas einzuschränken. Man erlaubte wenig „leichte“ Punkte. Insbesondere Russel Drach und Ben Kessler konnten Kedar Wright in Schach halten, was  dem Profi aus den USA nicht sonderlich gefiel. Dem Lebenszeichen in der Defensive stand allerdings eine Sendepause in der Offensive gegenüber. Nach dem 50:71 (24.) gelang den Bensheimern bis zum Ende des dritten Viertels nur noch ein Korberfolg.

Im letzten Abschnitt hatte mal das eine, mal das andere Team einen Lauf. Die beiden Coaches experimentierten noch mit verschiedenen Aufstellungen, am Ergebnis änderte sich nicht mehr viel. Allerdings blieb die Intensität auf einem sehr hohen Niveau, inklusive der unglücklichen Aktion gegen Justus Arndt. Enttäuscht zeigte sich Coach Roth dann auch eher von der Spielleitung: „Die Gäste haben während der gesamten Spieldauer gehalten, geschlagen und sich immer über der Grenze des Erlaubten befunden. Die Schiedsrichter haben ihnen den Mindestrekordwert von lediglich neun Fouls gepfiffen, das ist schon skandalös“, wurde der Headcoach deutlich. Um dann zu ergänzen: „Natürlich hatten wir heute keine Siegchance, aber so einseitig darf man eine Partie nicht leiten, wir hoffen auf Genesung unserer Verletzten und endlich gute Schiedsrichter in den letzten Saisonspielen.“

Es spielten: Justus Arndt (7 Punkte / 1 Dreier), Johann Roth (3 / 1), Yann Gröhlich (5 / 1), Ben Keßler (8 / 1), Richard Maurer, Julius Kraus (5 / 1), Jonas Gieseck (8), Felix Becker (12 / 4), Niko Anders (9 / 3), Tilman Isensee, Russel Drach (8 / 2), Tobias Faller (7).