Bensheim behält gegen Ulm in einem packenden Krimi die Oberhand
Der VfL Bensheim hat sich in eigener Halle mit 83:80 gegen Ulm durchgesetzt und den vierten Sieg in Folge gefeiert. Auch ohne Don Marc Liyanage und Tobi Faller überzeugte die Mannschaft von Trainer Yann Gröhlich mit einer geschlossenen Leistung.
Von Beginn an entwickelte sich ein offensiv attraktives Spiel. Beide Teams trafen hochprozentig von außen und leisteten sich wenige Fehler. Die jungen Ulmer überzeugten durch technisch sauberes Spiel und hohes Tempo. Gegen Ende des ersten Viertels fanden sie defensiv besser in die Partie und gingen mit 27:22 in Führung.
Im zweiten Abschnitt steigerte sich der VfL. Koray Kocak traf drei Dreier in Folge, Bensheim wurde offensiv zwingender und drehte die Partie. Zur Halbzeit lag der VfL mit 43:40 vorne. Eine technische Unterbrechung am Kampfgericht verlängerte die Pause auf fast eine halbe Stunde. Davon ließ sich Bensheim kaum beeindrucken.
Nach dem Seitenwechsel trat der VfL energisch auf. Krist-Obi Fredrick setzte sich unter dem Korb durch. Ulm versuchte, Bensheim mit einer kräftezehrenden Ganzfeldverteidigung unter Druck zu setzen, doch der VfL ließ sich nur selten zu Ballverlusten zwingen. Kurz vor Ende des dritten Viertels schlichen sich Fehler ein, sodass Ulm auf 60:65 verkürzte.
Im Schlussviertel wurde es dramatisch. Ulm kämpfte sich zurück und glich zum 75:75 aus. Fredrick hielt Bensheim mit wichtigen Körben im Spiel. Als Ulm mit 78:77 erstmals seit längerer Zeit in Führung ging, antwortete Eric Curth mit einem tiefen Dreier. Nach dem Ausgleich zum 80:80 traf Curth erneut und brachte den VfL mit 82:80 nach vorne.
Die Entscheidung fiel in den letzten Sekunden: Ulm stahl Bensheim den Ball, vergab aber einen freien Korbleger. Anschließend pfiffen die Schiedsrichter ein Foul gegen Fredrick. Da Bensheim die Mannschaftsfoulgrenze noch nicht erreicht hatte, bekam Ulm bei 11,4 Sekunden Restspielzeit Einwurf statt Freiwürfen. Ulms bester Distanzschütze, Nummer 14, verfehlte den Dreier. Ben Kessler wurde im Anschluss taktisch gefoult, verwandelte jedoch nur einen seiner beiden Freiwürfe. Ulm hatte noch eine letzte Chance zum Ausgleich, doch die Bensheimer Defensive hielt stand.
Fredrick war mit 21 Punkten erfolgreichster Werfer. Kocak und Curth kamen jeweils auf 15 Zähler, Isaac Obanor auf 13, Tilman Isensee auf zehn und Kessler auf neun. Der Sieg unterstrich die Kaderbreite des VfL, der auch ohne Liyanage, den Topscorer des vorherigen Spiels, und Faller bestehen konnte.
Mit der Schiedsrichterleistung war Gröhlich nicht zu 100 Prozent einverstanden. In der Schlussphase kassierte er ein technisches Foul gegen sich, um seinen Unmut über einige Entscheidungen deutlich zu machen. Den Spielverlauf bezeichnete er als extrem spannend. Am Ende habe sein Team die richtigen Entscheidungen getroffen und größere Fehler vermieden. Dass Ulm nach Kesslers Freiwurf noch eine Chance auf den Ausgleichsdreier bekam, hätte er sich sportlich anders gewünscht – für die Zuschauer sei die Dramaturgie aber umso unterhaltsamer gewesen.
Am 14. November um 18 Uhr steht das nächste Heimspiel an.
Punkte VfL Bensheim: Krist-Obi Fredrick 21, Koray Kocak 15, Eric Curth 15, Isaac Obanor 13, Tilman Isensee 10, Ben Kessler 9, Ephrem Freitag 0, Jeremie Okitasumbu 0, Ehiozogie Idemudia 0, Russell Drach 0.
