Nach dem überzeugenden Auftritt in Söflingen gingen die Regionalliga-Basketballer des VfL Bensheim optimistisch in das Heimspiel am Samstagnachmittag gegen den Titelaspiranten College Wizards aus Karlsruhe. Nur im ersten Viertel konnte man mithalten, am Ende stand allerdings eine deutliche 60:98-Niederlage zu Buche.

Coach Christian Roth stand auf dem Papier ein ansehnlicher Kader zur Verfügung. Aus der Stammformation fehlten lediglich Felix Becker wegen Verletzung und Niko Anders, der freiwillig den Platz im zahlenmäßig zu großen Kader freigegeben hatte. Big Man Jonas Gieseck war nach Verletzung ebenso wieder zurück, wie Jeroen Haaf, der krankheitsbedingt zuletzt fehlte. Trotz der quantitativen Manpower hielt sich die Starting Five der Gastgeber zu Beginn der Partie zu stark zurück und kassierte prompt ein 0:10 nach erst zwei gespielten Minuten. Grund genug für Coach Christian Roth, mit einer Auszeit ungewöhnlich früh einzuschreiten. Doch es sollte bis zum 2:16, welches der blendend aufgelegte Vincent Hennen markierte, dauern, ehe Roths Maßnahmen griffen. Der mit Rückenschmerzen selbst stark eingeschränkte Trainer musste auf seinem Stuhl etwas ratlos mit ansehen, wie seine Mannen immer wieder zu spät reagierten. Immerhin kam die Offensive langsam in Schwung und zum Ende des ersten Viertels hatte man sich durch den jungen Ben Keßler wieder zurück ins Spiel gekämpft (15:23).

Johann Roth eröffnete den zweiten Abschnitt mit einem „And One“, verwandelte den zugesprochenen Bonusfreiwurf und brachte sein Team auf 5 Punkte an die Gäste heran. Dieses konnte den Schwung nicht mitnehmen. Im Gegenteil: Die Wizards übernahmen komplett das Spiel und ließen dem VfL-Angriff keinen Raum mehr, um gute Würfe zu platzieren. Die verunsicherten Bensheimer leisteten sich in der Folge immens viele Ballverluste, die Karlsruhe konsequent zu nutzen wusste. Julius Kraus und Eric Curth streuten noch jeweils zwei gute Einzelaktionen ein. Den hohen 28:50-Halbzeitrückstand konnte dieses Strohfeuer allerdings nicht verhindern.

Auch die 15-minütige Halbzeitpause machte den VfL nicht frischer. Bis zum 35:55 in der 24. Minute zeigte man sich noch auf Augenhöhe, danach brachten 7 Karlsruher Punkte in Folge die Vorentscheidung. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bensheimer Bank bereits interne Konsequenzen ziehen müssen. Die angeschlagen in das Spiel gegangenen Tilman Isensee und Marc Liyanage wurden ebenso aus der Partie genommen wie Eric Curth, der kurz nach dem Seitenwechsel umgeknickt war. Auch Johann Roth wurde geschont, er sollte noch beim Spiel der VfL-Reserve in Frankfurt eingesetzt werden.

In der Folge schlugen sich die Reservisten sehr achtbar. Insbesondere Jeroen Haaf konnte im Angriff Akzente setzen und avancierte am Ende gar zum Bensheimer Topscorer. Auch Russel Drach fiel mit einer ausgezeichneten Defensivleistung und sieben Punkten in der Offensive äußerst positiv auf.

Nach dem Spiel zog Assistant Coach Yann Gröhlich in Vertretung seines angeschlagenen Chefs eine gemischte Bilanz: „Wir waren zu oft in fast allen Belangen unterlegen und konnten mit dem Druck der Wizards nicht gut umgehen. Immerhin konnten wir allen Spielern Gelegenheit geben, sich zu beweisen. Besonders freut uns alle, dass Richi Maurer für ein paar Minuten wieder aufs Parkett zurückkehren konnte. Für die kommenden Aufgaben müssen wir aber alle wieder zu unserer Form finden, damit wir nicht in Abstiegsnöte geraten.“

Es spielten: Justus Arndt (2), Johann Roth (8), Marc Liyanage, Ben Keßler (6), Richard Maurer, Julius Kraus (9 / 2 Dreier), Jonas Gieseck, Tilman Isensee (2), Russel Drach (7 / 1), Jeroen Haaf (11 / 3), Tobias Faller (7), Eric Curth (8).