Weihnachtsstimmung herrschte beim letzten Spiel des Jahres beim VfL Bensheim, zur Bescherung gab es aber eine 77:109-Niederlage gegen Reutlingen.

 

Dieser Gegner war dann doch eine Nummer zu stark für die Basketballer des VfL Bensheim. Die mussten sich in der Regionalliga im „Chris(t)masgame“ den Ravens aus Reutlingen mit 77:109 geschlagen geben und Christian Roth zeigte sich nach dem Schlusspfiff beeindruckt von der Vorstellung der Gäste. „Die Ravens waren uns in fast allen Belangen überlegen und so geht der Sieg auch in dieser Deutlichkeit in Ordnung“, zog der Bensheimer Coach Bilanz. „Die deutliche Niederlage richtet an unserem feierlichen Abschluss des Jahres 2025 aber keinen Schaden an, weil wir uns in diesem Kalenderjahr sportlich einen Namen gemacht hatte“, blickte der Trainer und Abteilungsleiter zufrieden auf die zurückliegenden zwölf Monate zurück.

Vor dem Tip-off der Partie hatte der Nachwuchs des VfL Bensheim die Gelegenheit, mit den Spielern der ersten Mannschaft in der Halle zu sein und den einen oder anderen Weihnachtswettkampf auszutragen. In gemütlicher Atmosphäre waren die Kinder und Eltern aktiv beim Spielen, ob in der Kinder-Disco oder beim Ablichten in der Foto-Box.

Der Starting-Five von Coach Christian Roth tat dieser zusätzliche „Dienst“ im Vorfeld wohl gut, denn man begann ebenbürtig. Nur die ausbaufähige Chancenverwertung verhinderte ein besseres Zwischenergebnis als das 7:9 nach fünf Minuten. Mit den ersten Spielerwechseln folgte aber früh der Bruch im Bensheimer Spiel. Die neue Aufstellung des VfL konnte das Tempo der Gäste nicht mehr kontrollieren. Insbesondere Flügelspieler Lino Tomas Duarte verwandelte schön herausgespielte Angriffe zum Zwischenstand von 17:29 nach dem ersten Viertel.

Im zweiten Viertel bekam der VfL etwas besseren Zugriff auf das variable Reutlinger Spiel. Eric Curth hatte nun seine beste Phase in der gesamten Partie. Seine neun Punkte im zweiten Abschnitt konnten aber auch nicht verhindern, dass die Gastgeber mit einem 36:52-Rückstand in die Kabine gehen mussten.

Während Christian Roth in der Halbzeitpause noch einmal versuchte, sein Team durch taktische Umstellungen auf Kurs zu bringen, wurden in der AKG-Sporthalle Lose im Rahmen des VfL-Jahresabschlusses gezogen. Das von Welt- und Europameister Andi Obst spendierte und signierte Trikot von Bayern München war als Hauptpreis die eigentliche Sensation des Abends und fand in dem VfL-Youngster Emil Nimtz aus der U10 einen mehr als glücklichen Gewinner.

Im Spiel gab es danach keine gravierenden Änderungen. Der VfL spielte gefällig, ohne das schnelle Spiel der Ravens ernsthaft stoppen zu können. Coach Roth hatte inzwischen auf Mann-Mann-Verteidigung umgestellt, was zwischenzeitlich zu mehr Stabilität in der eigenen Spielhälfte führte. Dennoch war stets spürbar, wie sehr die beiden 2,06-m-Center Tobias Faller und Tilman Isensee insbesondere bei der Reboundarbeit fehlten. Beim VfL wurden alle zwölf Spieler in kurzer Wechselfolge aufs Spielfeld gebracht, was die Akteure zu höherer Intensität befähigen sollte. Der Rückstand blieb trotzdem bis ins letzte Viertel immer zwischen 15 und 18 Punkten. Immerhin konnte Niko Anders mit einigen erfolgreichen Distanzwürfen jenseits der Dreipunktelinie für Bensheimer Highlights sorgen.

Letztlich war lediglich Johann Roth beim VfL über die gesamte Spielzeit hinweg auf dem Niveau des Aufstiegsaspiranten und beendete die Partie mit 23 Punkten als Topscorer. Der Sohn des Trainers zeigte sich nach dem Spiel aber entspannt. „Heute war für uns nichts zu holen“, fiel das Resümee des besten Bensheimers aus.

Dass die Spielweise der Ravens teilweise imponierend war, erkannte auch der verletzte Tilman Isensee an. „Wir werden heute Abend noch sehr zufrieden auf das Sportjahr 2025 zurückblicken, wir haben auf allen Ebenen sehr viel erreicht“, unterstrich der Center, der an diesem Abend seinen 38. Geburtstag feierte, den Wohlfühlcharakter bei den Bensheimer Basketballern. Kaum waren die letzten Worte zum Spielverlauf ausgesprochen, schaltete die VfL-Familie in den Vorweihnachtsmodus und ließ den Abend und das Sportjahr im Foyer der AKG-Sporthalle gemütlich ausklingen.

VfL Bensheim: Justus Arndt, Johann Roth (23 Punkte/2 Dreier), Yann Gröhlich, Marc Liyanage (4), Ben Keßler (2), Julius Kraus, Jonas Gieseck (9), Felix Becker (9/2), Niko Anders (14/4), Russel Drach (2), Jeroen Haaf (2), Eric Curth (12/1).