Spektakulärer Crash beim VfL-Erfolg

Nicht spannend, aber spektakulär verlief die Regionalliga-Partie zwischen dem VfL Bensheim und der TS Frankfurt-Griesheim. Das Ergebnis von 122:47 spielte am Ende fast keine Rolle mehr. Im Mittelpunkt stand die Spielunterbrechung, die durch das Zersplittern des Spielbretts nach einem Dunking von Richard Maurer entstanden war.

Nach der verlängerten Halbzeitpause war der VfL vor den Kameras des Hessischen Rundfunks und insgesamt 45 erlaubten Zuschauern erst so richtig ins Spiel gekommen. Davor plätscherte das Spiel etwas dahin, beide Teams taten sich durch Zurückhaltung in der Verteidigung nicht besonders weh. Einzig Felix Becker hatte einen Traumstart erwischt und erwies sich gleich mehrfach sehr treffsicher. Er sollte am Ende in einer ausgeglichenen Punkteverteilung beim VfL ganz oben stehen.

Fünf Minuten waren im dritten Viertel gespielt, da hatte der VfL-Zug richtig Fahrt aufgenommen. Es folgte eine Serie von Ballgewinnen im Mittelfeld, die allesamt mit sicheren Körben für die Bensheimer endeten. Dabei unterzog zunächst Julian Lexa den Frankfurter Korb einem Stresstest, indem er den Basketball kraftvoll mit beiden Händen von oben hinein „stopfte“. Kurz danach bekam der Begriff „krachender Dunking“ eine neue Dimension. Ein weiterer Steal landete beim VfL-Eigengewächs Richi Maurer, der wie gewohnt abhob und ebenfalls den Ball von oben in den Korb dunkte. Doch diesmal kam nicht nur der Ball mit runter. Der Stahlring brach aus dem Plexiglasbrett heraus und landete zusammen mit Maurer auf dem Hallenboden der AKG-Sporthalle. Aufbauspieler Yann Gröhlich, der zuvor den Pass gegeben hatte, hob ungläubig den Ring vom Boden auf. Dem Staunen aller folgte die Beratung der Schiedsrichter, die sich mit dem Schiedsrichterbeobachter, dem Spielleiter der Liga und mit Christian Roth abstimmten. Das Angebot an Frankfurt stand. Es sollte ein Umzug in die benachbarte Sporthalle auf dem AKG-Gelände erfolgen, wo sich ebenfalls ein regionalligataugliches Spielfeld befindet. Die Gäste lehnten erst ab, dann wurde ihnen klar, dass sie das Spiel dann nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch am grünen Tisch verloren hätten.

Also packten alle Akteure ihre Sachen und auch der HR und das Filmteam des VfL mit Tobias Rohatsch zogen mit verkleinertem Equipment in die Schulsporthalle des AKG um. Dort konnte die denkwürdige Partie regulär beendet werden. Allerdings ohne Zuschauer. Die mussten sich aufgrund der Hygienebestimmungen den zahlreichen Beobachtern des Livestreams auf dem VfL-Kanal anschließen. Sie wurden aber von Harry Hegenbarth live mit allen wichtigen Informationen versorgt bis dieser außergewöhnliche Spieltag beendet war.

Für den VfL waren im Einsatz:
Felix Becker (23 Punkte), Yann Gröhlich, Tilman Isensee (22), Philip Jenkins (18), Eren Küpeli (5), Julian Lexa (14), Richard Maurer (15), Tyrone Mc Laughlin (11), Jan Tschakaloff (14)